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Was ist bei einer WG zu beachten?

Was müssen Sie als Mieter wissen, der sich für eine Wohngemeinschaft interessiert?


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Aus der Not geboren, wurde die Form des Zusammenlebens wildfremder und alsdann nicht mehr so wildfremder Menschen seit ihrem Aufkommen in Studentenkreisen in den Sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts zu einem echten Kulturphänomen und aus einem pragmatischen Ansatz eine Wohnform.

Diese wird auch von Leuten gesucht, die es seit Jahrzehnten nicht mehr nötig haben Geld zu sparen, indem sie sich die Auslagen für die Miete einer Unterkunft mit anderen teilen. Ja, die Wohn-Gemeinschaft kann beides sein: Notwendigkeit des Geldsparens oder eine gelebte Philosophie.

Dabei tritt meist ein Mieter als Hauptmieter auf (der erste oder ein Nachfolger in einer Reihe früherer Hauptmieter sein), der dem Vermieter gegenüber als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Der Vermieter sollte natürlich wissen, dass sein Objekt als Gemeinschaftsbehausung genutzt wird - vergisst man ihm das mitzuteilen und seine Erlaubnis einzuholen, könnte sich das als Bumerang, nämlich als Kündigungsgrund erweisen.

Der Hauptmieter wird nun über Anzeigen oder Mund-zu-Mund Mitbewohner suchen. In einer Universitätsstadt dürfte es nicht lange dauern, Interessenten einzusammeln, denn solche Unterkünfte sind beliebt. Vermietet werden Einzelzimmer, während Nutzräume wie Bad und Küche, auch Wohnzimmer, gemeinschaftlich genutzt werden. So gut wie immer ist es nötig sich auf Regeln des Zusammenlebens zu verständigen und von neuen Mitgliedern die Akzeptanz einzufordern, soll das Projekt Erfolg haben und die Konflikte ausbleiben.

Als Mieter beachten Sie, dass derjenige, der als Hauptmieter auftritt, seine Rolle wirklich auszufüllen versteht und ehrlich managed. Bei mangelnder Kommunikation kann nämlich für alle Untermieter die Beendigung der Gemeinschaft aus heiterem Himmel einbrechen, wenn der Vermieter mit seinem Hauptmieter Schluss macht und nicht mal im Bilde über die genaue Personalsituation in der Untermiete ist, wie das meist so ist. Besonders schnell kann’s gehen, wenn die Zimmer nur als ‚möblierte Zimmer‘ gelten, für die der gesetzliche Kündigungsschutz mit seinen großzügigen Kündigungsfristen nicht gilt.

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Varianten der Wohngemeinschaft nach Mietverhältnis und Kostenverteilung

Im Studentenmilieu wurden die gemeinsamen Unterkünfte zwanglos eingegangen und früher scherte sich auch nicht wirklich jemand um das Mietrecht, die mündliche Vereinbarung überwog. Es war ein Kommen und Gehen unter den Mitbewohnern. Üblich waren Fixpreise für ein Zimmer und eine Pauschale für den Anteil an den Nebenkosten. Der Hauptmieter sammelte diese Beiträge und händigte sie seinem Vermieter ein. Die Rolle des Hauptmieters wurde weitergereicht, wenn der erste sich lebenslaufbedingt eine neue Bleibe suchte. Es ergab sich eine Hierarchie nach Zeiten der Zugehörigkeit zu der Gruppe.

Heute ist das durch die Etablierung dieser Lebensform einer stärkeren Reglementierung und auch rechtlicher Absicherung gewichen, inzwischen gibt es neben dem Hauptmieter als alleinigem Verhandlungspartner des Vermieters auch andere rechtliche Formen der WG-Vermietung, wo jeder einzelne Zimmerbewohner als eigenverantwortlicher Mieter gegenüber dem Vermieter auftritt und auch diesem direkt seine Miete zahlt. Oder jeder einzelne Zimmerbewohner als Hauptmieter auftritt.

Die letzten beiden Mietformen sind bei Wohngemeinschaftsbewohnern aber unbeliebt, da sie so keinen Einfluss haben auf die Zusammensetzung der WG, also niemanden wegen Problemen untereinander hinausbefördern können. Auch die Auswahl neuer Kandidaten sieht man ungern an den Vermieter delegiert. Die diversen Rechtsformen bedeuten auch unterschiedliche Verantwortungsverhältnisse, wer wie weit mithaftet. Der Geist einer ‚Kommune‘ ist immer noch stark in den gängigen Vorstellungen von einer ‚richtigen‘ Gemeinschaft am Wohnraum, auch wenn der Möglichkeit zuliebe, die Ideologie außen vor zu halten, heute unterschieden wird zwischen Zweckwohngemeinschaft und Nichtzweck- oder Freundschaftswohngemeinschaft.

Die große Unterscheidung nach Zweck-WG und Nicht-Zweck-WG

Das von studentischem Idealismus geprägte Urmodell sah vor, dass sich unter den Mitbewohnern der WG eine partizipierende Gemeinschaft - daher auch der Name für die Form des Zusammenlebens: ‚Wohn-Gemeinschaft‘ - bilden sollte, wo man zwanglos miteinander umging, es keine verschlossenen Türen gab und die Zugänglichkeit der Zimmer für alle als selbstverständlich galt, ‚Privatzimmer’ hätte man da noch als bürgerlich abgetan. Selbst Regelungen wie ein Putzplan für Bad und Küche wurden anfänglich abgelehnt, doch konnte die gelebte Anarchie nicht lange gut gehen.

Mit der Popularisierung des Konzepts der geteilten Wohnung kamen für weniger ideologisierte Gemüter andere Formen der Gemeinschaft auf; welche mit ausgeprägteren Regeln und ohne den Zwang zur Gemeinschaftlichkeit um jeden Preis, mit der Einrichtung von Privatzonen, die zu respektieren seien - die Zweck-WG ward geboren. Hier begegnen sich die Bewohner eher zufällig oder zu seltenen Anlässen, was aber auch nicht ausschließt, dass man Freundschaften knüpft. Der gesellschaftliche Druck zu politischer Konformität und Gruppenunternehmungen in einer Zweck-WG ist also geringer, dafür der Zusammenhalt geringer oder gar nicht vorhanden.

Ein häufiger Wechsel der Mitbewohner ist hier wahrscheinlicher als in der verschworenen Gemeinschaft einer Nicht-Zweck-WG. Wer also in Ruhe gelassen werden möchte und seine Privatsphäre geschützt sehen möchte, wäre in einer Zweck-WG besser aufgehoben als im Gegenmodell. Wo die Gleichgültigkeit gegenüber den Mitbewohnern größer ist, lässt aber auch der Eifer nach, für das Gemeinwohl aktiv zu werden. Probleme mit Vernachlässigung und Schmutz dürften daher in einer Wohngemeinschaftsform, die weniger Gemeinsinn erkennen lässt, ausgeprägter sein. Dafür gibt es Wohngemeinschaften, die sich mit dem Thema Sauberkeit gar nicht mehr befassen wollen, sondern dafür externe Putzhilfen eingestellt haben. Das dürfte aber eine eher betuchte Gemeinschaft sein, da die Kosten dafür natürlich umgelegt werden auf die Nebenkosten der Mitbewohner.

Spezialformen zu besonderen Zwecken

Neben den geschilderten Kategorien Zweck-WG und Nicht-Zweck-WG (oder Freundschafts-WG) gibt es viele andere Formen des Zusammenlebens, die sich vom Gedanken der Wohnungsteilung durch nichtverwandte Bewohner abgeleitet haben. Es steht zunehmend der Zweck eines solchen Zusammenlebens im Vordergrund und hat nur noch selten mit Kostenersparnis wie in der Ur-WG zu tun.

So gibt esWohungsgemeinschaften speziell für Alleinerziehende mit Kindern, was Möglichkeiten auftut, für die Kinder Aufsicht und Versorgung im Wechsel mit anderen Bewohnern zu bieten, während man arbeiten geht. Für Mieter, die also Kinder mitbringen, ist diese spezielle Form der Zweck-WG eine ausgezeichnete Wahl, zumal die Kinder auch gleich Spielgefährten innerhalb der Gemeinschaft finden.

Eine andere Spezial-WG-Form ist die Senioren-WG, hier hat natürlich auch niemand Geldprobleme, um sich eigentlich eine eigene Wohnung leisten zu können. Es geht hier darum, sozial zu interagieren und nicht zu vereinsamen, wie das gerade bei Senioren oft der Fall ist, denen der Partner gestorben war. Kleine Handreichungen im Alltag können das Spektrum der Interaktion ausweiten, etwa Reparaturen oder gemeinschaftliche Handarbeiten für einen guten Zweck oder die Selbstvermarktung. Im Grunde ist auch die neuere Idee des Mehrgenerationenhauses aus der WG-Idee heraus geboren. Hier finden sich Menschen zu Hausgemeinschaften zusammen, die sich an das alte Konzept der generationsumspannenden Großfamilie anlehnen. Dabei nehmen Senioren beispielsweise die Rolle von Großeltern an, ohne mit ihren ‚Enkeln‘ verwandt zu sein. Es gibt ihnen das Gefühl gebraucht zu werden und nicht allein zu sein. Die Kinder wiederum genießen ihre Privilegien und werden zu mehr Verständnis für die Befindlichkeiten älterer Menschen erzogen.

Hier sind es auch weniger Einzelzimmer, sondern Einzelwohnungen, die als Teile einer Gemeinschaft verstanden werden. Der soziale, generationsübergreifende Gedanke steht hier stark im Vordergrund. Weitere Spezialerscheinungen von Wohn-Gemeinschaften fassen Menschen, die betreut werden oder an ähnlichen Krankheiten leiden, zusammen und ermöglicht ihnen so eine weitestgehende Autonomie bei gleichzeitiger Aufsicht und medizinischer Betreuung und Lebensberatung.

Vom Umgang miteiteinander in Wohn-Gemeinschaften

Das Zusammenleben mit zunächst fremden Menschen kann neue Horizonte auftun, Freundschaften erzeugen, kann aber auch Stress und Konflikte nach sich ziehen. Zwar versuchen sich bestehende WG-Bewohner die neuen Teilnehmer auszusuchen, damit es möglichst harmonisch bleibt, doch sind Überraschungen nie ganz auszuschließen. Als Mieter beachten Sie also die Wahl der Wohnungsgenossen, um in eine Gruppe zu kommen, mit der Sie sich möglichst nicht reiben.

Die Verstellung während des Vorstellungsgesprächs, nur um zu einem preisgünstigen Zimmer zu kommen, ist keine Lösung, wenn es danach nur Unfrieden gibt. Brauchen Sie eine Umgebung, an der Sie ohne Nachstellungen durch das andere Geschlecht leben möchten, wäre wohl eine Nur-Frauen-WG oder eine reine Männer-WG die Lösung. Möchten Sie im Konfliktfall nicht monatelang weiter mit einem Kontrahenten leben müssen, wäre eine WG zu bevorzugen, wo rechtlich gesehen lediglich ‚möblierte Zimmer‘ vermietet werden, da die Kündigung hier mit zweiwöchiger Frist möglich ist, ansonsten hätten sie den Querulanten drei bis sechs Monate weiter zu ertragen, wenn dieser den gesetzlichen Kündigungsschutz voll ausnutzt. Funktionierende Regeln und deren Beachtung sind essentiell für konfliktfreies Zusammenleben.

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