Immobilien als Steuer-Falle? Warum Fratzschers Vorstoß Eigentümer kalt enteignet
Es gibt politische Forderungen, bei denen man sofort erkennt, wohin die Reise gehen soll: Der Staat braucht mehr Geld – also sucht man sich diejenigen, die nicht ausweichen können. Genau in diese Richtung zielt der jüngste Vorstoß von Marcel Fratzscher. Nicht die klassische Vermögensteuer sei der beste Weg, sondern eine stärkere Belastung von Immobilien. Begründung: Immobilien können das Land nicht verlassen.
Man muss sich diesen Gedanken einmal in aller Klarheit vor Augen führen: Nicht weil Immobilienbesitzer etwas Unrechtes tun. Nicht weil sie plötzlich zu wenig beitragen würden. Sondern gerade deshalb, weil ihre Werte fest im Boden stehen, sollen sie noch leichter und regelmäßiger zur Kasse gebeten werden.
Die Botschaft ist so einfach wie dreist
Wer Vermögen in Aktien, Beteiligungen oder andere mobile Kapitalformen hält, kann auf politische Fehlanreize reagieren. Wer dagegen in Wohnraum, Häuser oder vermietete Wohnungen investiert hat, bleibt greifbar. Das macht Immobilien aus Sicht mancher Ökonomen zur idealen Steuerquelle.
Genau hier liegt das Problem: Aus der Tatsache, dass Immobilien nicht fliehen können, wird ein politisches Zugriffsargument gemacht. Anders gesagt: Weil Eigentümer sich nicht entziehen können, sollen sie besonders belastet werden. Das ist kein Gebot der Fairness. Das ist fiskalischer Opportunismus.
Immobilienbesitzer sind keine bequeme Beute
In der politischen Debatte wird gerne so getan, als sei Immobilienbesitz automatisch Ausdruck großen Reichtums. Die Realität sieht anders aus. Viele Eigentümer haben über Jahre oder Jahrzehnte gespart, auf Konsum verzichtet, Kredite bedient, Rücklagen aufgebaut und Sanierungen bezahlt. Für unzählige Familien ist die Immobilie keine Spielerei, sondern Altersvorsorge, Sicherheitsanker und Lebensleistung.
Diese Menschen haben ihr Eigentum in der Regel nicht geschenkt bekommen. Sie haben es mit bereits versteuertem Einkommen finanziert, dazu Grunderwerbsteuer bezahlt, laufende Grundsteuer getragen, Instandhaltungskosten übernommen und auf Mieteinnahmen selbstverständlich Einkommensteuer entrichtet. Und jetzt soll die Antwort lauten: Da geht noch mehr?
Das perfide an der Idee
Besonders perfide ist die Logik hinter diesem Ansatz. Denn sie lautet im Kern nicht: „Wir besteuern dort, wo besondere Leistungsfähigkeit besteht.“ Sie lautet vielmehr: „Wir besteuern dort, wo der Staat dauerhaft Zugriff hat.“
Das ist ein Unterschied von enormer Tragweite. Denn damit wird Eigentum nicht mehr nach Fairness oder Gleichbehandlung beurteilt, sondern nach seiner steuerlichen Verwertbarkeit. Immobilien werden so vom Baustein privater Vorsorge zur stationären Melkkuh der Finanzpolitik.
Die Folgen würden weit über Eigentümer hinausgehen
Wer glaubt, eine stärkere Belastung von Immobilien treffe nur „die Reichen“, denkt zu kurz. Höhere laufende Abgaben belasten private Vermieter, kleinere Bestandshalter, Familiengesellschaften und all jene, die ohnehin schon unter steigenden Kosten, Regulierung und Modernisierungsdruck stehen.
Am Ende trifft eine solche Politik nicht nur Eigentümer. Sie verschärft Investitionshemmnisse, drückt auf Neubau- und Sanierungsbereitschaft und sendet ein fatales Signal an alle, die in Deutschland Verantwortung für Wohnraum übernehmen. Wer das Eigentum systematisch unattraktiver macht, schwächt den Markt insgesamt.
Gerade jetzt gilt: Rendite nicht verschenken
Wenn die politische Richtung dahin geht, Immobilien künftig noch stärker als Steuerbasis zu betrachten, dann ist eines umso wichtiger: Eigentümer und Investoren dürfen ihre legalen Optimierungsmöglichkeiten nicht liegen lassen.
Genau hier kommt die AfA (Absetzung für Abnutzung) ins Spiel. Wer die Abschreibung seiner Immobilie professionell prüft und sauber aufsetzt, kann erhebliche steuerliche Vorteile nutzen und damit die Netto-Rendite spürbar verbessern. In einem Umfeld wachsender Belastungen ist das keine Nebensache, sondern wirtschaftliche Vernunft.
Denn wenn der Staat immer kreativer darin wird, Immobilienbesitz regelmäßig abzuschöpfen, dann sollten Eigentümer mindestens genauso konsequent darin sein, ihre bestehenden Möglichkeiten zur Renditeoptimierung auszuschöpfen.
Unser Fazit
Fratzschers Vorstoß zeigt vor allem eines: Immobilien geraten politisch immer stärker ins Visier, gerade weil sie nicht mobil sind. Für Eigentümer ist das ein Warnsignal. Wer sein Vermögen in Grundbesitz aufgebaut hat, darf sich nicht darauf verlassen, dass Leistung, Risiko und langfristige Vorsorge politisch respektiert werden.
Umso wichtiger ist es jetzt, die eigene Immobilie auch steuerlich bestmöglich aufzustellen. Wer Rendite sichern und optimieren will, muss alle steuerliche Möglichkeiten konsequent nutzen – und genau dazu gehört eine fundierte Prüfung der AfA.


